Saisoneröffnung der Opéra Comique in Paris Redaktion / Spielorte klassischer Musik

Endlich erklingt wieder Musik in diesem historischen Pariser Opernensemble. Am 12. Februar präsentiert die Opéra Comique die erste Neuproduktion ihrer (Wieder-)Eröffnungssaison: Fantasio von Jacques Offenbach mit Marianne Crebassa in der Titelrolle. Nach zwei Jahren intensiver Renovierungsarbeiten wird die historische Salle Favart am 26. April mit Alcyone von Marin Marais unter der Leitung von Jordi Savall, inszeniert von Louise Moaty und Raphaëlle Boitel, wiedereröffnet.

(Wieder-) Eröffnungssaison

Der erste Titel der Saison ist Offenbachs lange vernachläßigter Fantasio, der in einer Inszenierung von Thomas Jolly mit der Mezzosopranistin Maria Crebassa und dem Bass-Bariton Jean-Sébastien Bou ins Théâtre du Châtelet kommt. Jolly und der Musikdirektor Laurent Campellone haben die Partitur rekonstruiert und bieten dem Publikum die einzigartige Gelegenheit, diese opéra-comique zu entdecken, die auf dem gleichnamigen Theaterstück des französischen Autors Alfred de Musset basiert.

Visuals of the Season 2017 @ Opéra Comique

Visuals of the Season 2017 @ Opéra Comique

 

Marais‘ Alcyone ist als erste Oper im renovierten Theater der Opéra Comique in einer magischen Inszenierung von Louise Moaty zu erleben, die Bühnenmaschinerie, Schiffstakelage und Zirkuskunst vereint. Der weltberühmte Dirigent und Instrumentalist Jordi Savall ist einer der wichtigsten Botschafter von Marais‘ Werk und von Barockmusik im Allgemeinen. Unter seiner Leitung weckt diese Geschichte von Liebenden, die die Macht und den Zorn der Götter herausfordern, neues Interesse beim zeitgenössischen Publikum.

Weitere Titel der Saison 2017 sind Le timbre d’argent von Camille Saint-Saëns im Juni, Miranda von September bis Oktober, Kein Licht von Philippe Manoury Ende Oktober, Mozarts Die Zauberflöte im November und das leichtfüßige Le compte Ory von Rossini rundet die Spielzeit im Dezember ab.

Renovierungsarbeiten

Die Opéra Comique hat bereits mehrere Renovierungsbemühungen und Modernisierungskampagnen in den Spielzeitpausen unternommen, um die Opernaktivitäten weiterhin beibehalten zu können. Die Endphase der laufenden Arbeiten – Belüftung und Umsetzung von Sicherheitsstandards im Auditorium – hat eine völlige Schließung des Theaters seit Juli 2015 erfordert.

L'Opéra Comique © Photo: Citadelles&Mazenod - Sabine Hartl & Olaf-Daniel Meyer

L’Opéra Comique © Photo: Citadelles&Mazenod – Sabine Hartl & Olaf-Daniel Meyer

 

Das umfassende Restaurierungsprogramm der Salle Favart benötigte 13 Unternehmen und 16 Gewerke zur Aufarbeitung der Dekorationen, zur historischen Restaurierung der Böden, Türen und Sitze, zur Reinigung und Aufpolierung von Kronleuchtern und Wandlichtern sowie zur Restaurierung des Lichtkranzes.

Historisches Pariser Theater

Die 1714 während der Regentschaft Ludwigs XIV. gegründete Opéra Comique zählt neben der Opéra de Paris und der Comédie-Française zu den ältesten französischen Institutionen des Musiktheaters. Mit ihrer so turbulenten wie schillernden Geschichte erhielt die Opéra Comique 2005 den Status eines Théâtre national und feierte 2015 ihren 300. Geburtstag.

L'Opéra Comique © Photo: Citadelles&Mazenod - Sabine Hartl & Olaf-Daniel Meyer

L’Opéra Comique © Photo: Citadelles&Mazenod – Sabine Hartl & Olaf-Daniel Meyer

 

Opéra comique ist ein Genre, das vom Ensemble der Opéra Comique repräsentiert wird. Der Ausdruck “comique” meint nicht die Pflicht zum Lachen, sondern den Wechsel zwischen Gesangsparts und Dialogen. Opéra comique steht im Kontrast zur Oper, in der durchgehend gesungen wird.

 
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