Die neue Saison der Opéra de Paris Redaktion / Spielorte klassischer Musik

Einmal mehr präsentiert die angesehene Opéra national de Paris eine Saison des höchsten Niveaus mit Neuproduktionen und den wichtigsten Klassikern des Repertoires, interpretiert von den gefragtesten Dirigenten, Sängern und Musikern der Klassikwelt. Entdecken Sie auf der Bühne eines der zwei wundervollen Opernhäuser – des prächtigen Palais Garnier aus dem 19. Jahrhundert und der Opéra Bastille, ein Juwel der modernen Architektur – Opern, Ballette, Rezitals und Konzerte im vielseitigen Programm der Saison 2017-2018 in der Opéra National de Paris.

 

 

Palais Garnier © Opera national de Paris / Delagarde

Palais Garnier © Opera national de Paris / Delagarde

Brillante Neuproduktionen und Wiederaufnahmen

Die eindrückliche Saison 2017-2018 der Opéra National de Paris umfasst neue Opernproduktionen und spannende Wiederaufnahmen. 21 lyrische Produktionen zieren das Programm in dieser ausgesprochen reichen Spielzeit mit nicht weniger als zehn Neuproduktionen.

Ein Glanzpunkt der Spielzeit ist die mit Spannung erwartete Produktion von Verdis Don Carlos inszeniert von Krzysztof Warlikowski unter der musikalischen Leitung von Philippe Jordan. Vom 10. Oktober bis zum 11. November wird Verdis großes Meisterwerk zum ersten Mal in seiner französischen Version aufgeführt, die der Komponist 1867 höchstpersönlich für die Pariser Premiere des Werkes schuf. Die historische Produktion wird mit einer Starbesetzung um Jonas Kaufmann in der Titelrolle, Sonia Yoncheva als Elisabeth, Elīna Garança als Eboli und Ludovic Tezier als Rodrigo zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Einen ganz anderen Ton schlägt Terry Gilliams berauschende Vision von BerliozBenvenuto Cellini an, das ein Höhepunkt der Saison zu werden verspricht. Der in den USA geborene britische Regisseur, berühmt für seine Arbeit mit Monthy Python und seine Filme Brazil und The Imaginarium of Doctor Parnassus, geleitet das Publikum durch eine verrückte Welt voller Freude und überschäumenden Charakteren inmitten einer epischen monumentalen Kulisse mit Puppen und Pyrotechnik. Der herausragende aufsteigende Star Pretty Yende singt die Partie der Teresa und John Osborn verkörpert die Titelrolle.

In einer Neuproduktion von Händels dramatischem letzen Oratorium Jephtha widmet sich eine Expertenbesetzung der Welt der Barockmusik. William Christie kehrt an die Opéra de Paris zurück und dirigiert sein Orchester und den Chor Les Arts Florissants, Ian Bostridge singt die Titelrolle Jephta und Marie-Nicole Lemieux ist als seine Ehefrau Storgé zu hören.

Musikliebhaber sollten sich auch das zeitgenössische Ereignis der Saison nicht entgehen lassen, die vielversprechende Neuschöpfung von Kaija Saariaho Only the Sound Remains, das vom japanischen Nō Theater inspiriert ist. Ergreifen Sie die einmalige Gelegenheit, den Star-Kontratenor Philippe Jaroussky – berühmt für seine Interpretationen des Barockrepertoires – in einer ungewohnt düsteren Rolle zu erleben.

Die Opéra de Paris präsentiert auch Wiederaufnahmen von Produktionen, die die Operngeschichte nachhaltig beeinflussten. Vom 18. November bis zum 2. Dezember zollt die Opéra dem 2013 verstorbenen französischen Regisseur Patrice Chéreau Tribut. Das Publikum hat die Gelegenheit, seine inspirierende Produktion von Janáčeks Aus einem Totenhaus wiederzuentdecken, die 2007 für die Wiener Festwochen geschaffen wurde.

Eine Saison voller Stars

Die Opéra de Paris ist eine der einflussreichsten Adressen der Opernwelt und so ist es keine Überraschung, dass alljährlich die talentiertesten und angesehensten Künstler unserer Zeit in den beiden Opernhäusern zu erleben sind. Auch in dieser Spielzeit ist die Liste der Namen, die im Palais Garnier und in der Opéra Bastille auftreten, sehr bemerkenswert.

Die Sopranistin Véronique Gens ist in Franz Lehárs Operette Die Lustige Witwe zu erleben, Bryn Terfel und Aleksandra Kurzak stehen gemeinsam in einer pfiffigen Produktion von Verdis letzter Oper Falstaff auf der Bühne. Aleksandra Kurzak kehrt im November und Dezember als Vitellia in Mozarts Die Milde des Titus zurück, die sie alternierend mit Amanda Majeski singt, während sich Ramón Vargas und Michael Spyres die Rolle des Tito Vespasiano teilen und Stéphanie d’Oustrac und Marianne Crebassa als Sesto zu hören sind. In Verdis Un ballo in Maschera alternieren Anja Harteros und Sondra Radvanovsky in der Partie der Amelia, Marcelo Alvarez und Piero Pretti interpretieren die Rolle des Riccardo. Zu guter Letzt ist Anna Netrebko für drei Aufführungen im Februar 2018 als Violetta in Benoît Jacquots Produktion von La Traviata neben keinem Geringerem als Placido Domingo als Giorgio Germont zu erleben.

Plácido Domingo, © Photo: Greg Corman

Plácido Domingo, © Photo: Greg Corman

 

Darüber hinaus präsentieren mehrere führende Sänger innige Rezitals in der umwerfenden Kulisse des Palais Garnier. Am 17. September ist Simon Keenlyside mit dem Pianisten Malcolm Martineau und am 15. Oktober Sophie Koch in einem inspirierenden Rezital zu erleben. Lassen Sie sich im April nicht die Gelegenheit entgehen, Matthias Goerne, den besten Liedinterpreten unserer Tage, zu hören. Piotr Beczała, der das Pariser Publikum schon 2014 als Rodolfo in La Bohème und 2015 als Faust in seinen Bann zog, tritt im Juli 2018 mit der Pianistin Sarah Tysman auf.

Ein Neuanfang für das Ballet de l’Opéra de Paris

Aurélie Dupont, früherer Étoile des Balletts der Pariser Oper, ist die neue Ballettmeisterin des Balletts der Pariser Oper und tritt die Nachfolge von Benjamin Millepied an. Unter ihrer Leitung präsentiert das Ballett eine ausbalancierte Verbindung von populären Klassikern neben Neuschöpfungen von zeitgenössichen Choreographen.

Im September und Oktober 2017 können Sie George Balanchines funkensprühendes Joyaux bewundern, ein Tanztriptychon zu Musik von Fauré, Strawinski und Tschaikowski mit atemberaubenden Kostümen von Christian Lacroix. Rudolf Nurejews fröhlicher Don Quichotte ist für die Weihnachtszeit disponiert und John Crankos dramatisches Eugène Onéguine ist im Februar und März 2018 zu erleben.

Diese neue Tanzsaison verspricht auch viele Überraschungen mit fünf neuen Werken, die bei den gefragtesten zeitgenössischen Choreographen in Auftrag gegeben wurden. Im Oktober und November ist eine Neuschöpfung der japanischen Choreographin Saburo Teshigawara zu Esa-Pekka Salonens poetischem Violinkonzert neben zwei Meisterwerken von Balanchine und Pina Bausch zu sehen.

Im Dezember präsentiert der schwedische Choreograph Alexander Ekman, berühmt für seine kühnen Werke und seine schillernde Persönlichkeit, die Weltpremiere von Play, in dem die Vorstellung des Choreographen in einer spektakulären Kulisse zum Leben erwacht und die Tänzer in einer Produktion voller Überraschung, rhythmischer Energie und Abenteuer durch die Lüfte schweben.

Photo: Jun Ahn

Photo: Jun Ahn

 

Hofesh Shechter und Iván Pérez geben beide ihr Debüt auf der Bühne des Palais Garnier. Shechters The Art of Not Looking Back tritt mit einer frischen Interpretation hervor und der junge Pérez hat die Gelegenheit, mit dem Ballett der Pariser Oper für eine neue Aufführung mit zehn Tänzern zusammenzuarbeiten.

Ein ebenso aufregendes Konzertprogramm

Von Oktober 2017 bis Mai 2018 dirigiert Philippe Jordan, Musikdirektor der Opéra de Paris, das Orchestre National de l’Opéra de Paris in einer Reihe aus drei Konzerten, die Tschaikowskis sämtlichen Sinfonien gewidmet sind. Seien Sie Zeuge einer seltenen Gelegenheit, in der idealen Kulisse der Opéra Bastille oder der Philharmonie de Paris das ganze Ausmaß von Tschaikowskis sinfonischen Klängen zu erleben, von seiner Ersten Sinfonie, auch bekannt als Winterträume, bis zu seiner bewegenden Sechsten, Pathétique genannt, der letzten vollendeten Sinfonie des Komponisten.

Philippe Jordan, © Photo: Philippe Gontier/OnP

Philippe Jordan, © Photo: Philippe Gontier/OnP

 

Weiter auf der Liste der nicht zu verpassenden Ereignisse stehen die Konzertreihen mit dem Titel Midis musicaux, in denen Musiker des Orchestre de l’Opéra de Paris die schönsten Werke des Kammermusikrepertoires spielen. In dieser Spielzeit präsentieren talentierte Künstler am 24. September eine Hommage an Maurice Ravel, eine Feier des 100. Geburtstags von Igor Strawinskis Geschichte vom Soldaten am 1. April und eine Haydn/Bruch Gegenüberstellung im Juni.

Opéra Bastille © Opera national de Paris

Opéra Bastille © Opera national de Paris

 
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